Aus der Feuerwehrgeschichte in Neunkirchen

Schon zu alten Zeiten hat die Macht ungezügelten Feuers die Menschen immer wieder in Angst und Schrecken versetzt. Die Angst vor Brandkatastrophen wuchs, als die ersten Siedlungen entstanden und sich in engen Dörfern und Städten Haus an Haus reihte. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein waren diese Häuser in ländlicher Gegend überwiegend aus Holz und Lehm gebaut und mit Strohdächern versehen. Es bedarf keiner Erläuterung, welch reiche Nahrung hier ein ausbrechendes Feuer fand. Mussten auch damals die Menschen noch ohnmächtig mit zusehen, wie ihre Häuser niederbrannten, so lernten sie doch mit der Zeit, mit vereinten Kräften der Feuerbrunst entgegenzutreten. Im Auftrag der Gemeinde fanden sich in unserem Dorf im Jahre 1911 Männer zusammen um die „Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen” zu gründen. Getragen von den Gedanken der Selbst- und Nachbarschaftshilfe und schufen mit der Gründung ein Werk, das in eindrucksvoller Weise die soziale Verpflichtung des Menschen, sein Eintreten für das Gemein-wohl, dokumentiert. Die erste schriftliche Urkunde ist die Niederschrift des Protokolls vom 28. Dezember 1911, unterzeichnet vom Kommandanten Wilhelm Menges. Die Aufzeichnungen der nächsten Jahre weisen Namen auf, welche längst von uns geschieden sind. Eine Anzahl aktiver Mitglieder kam in dem Krieg 1914 — 1918 ums Leben. Trotzdem konnte man am 7. August 1921 das 10-jährige Bestehen feiern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Zeit, da es noch kein Fernsehen gab, ja selten ein Radiogerät in den Wohnzimmern stand, brachte die Freiwillige Feuerwehr in den Wintermonaten der Jahre 1920-1935 Theaterstücke zur Aufführung. Die Freilichtbühne befand sich „Hinter der Wies” und oberhalb der „Kaisereiche”. In den folgenden Jahren hatte die Wehr etliche Brände zu bekämpfen. Mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges wurde die allgemeine Aufwärtsentwicklung jäh gestoppt. Viele Feuerwehrkameraden wurden zur Wehrmacht einberufen und kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Wilhelm Menges blieb Kommandant bis zum Jahre 1933, danach führte Friedrich Mühl die Wehr. 1939 trat August Steuernagel die Nachfolge an. Er begleitete dieses Amt bis 1954. Nach Kriegsende kamen wieder neue Mitglieder hinzu. Am 26. Januar 1 9 5 2 wurden Heinrich Färber, Otto Peuser, Heinrich Peuser, Wilhelm H. Peuser und Wilhelm Alex Daum zu Ehrenmitgliedern ernannt. Am 23. Januar 1954 wählten die Mitglieder Wilhelm Ferger zum Kommandanten und ernannten zugleich August Steuernagel zum Ehrenkommandanten. Auch in den Folgejahren mussten verschiedene Brände bekämpft werden. Im Jahre 1957 errang die Feuerwehr bei den Wettkämpfen in Neunkirchen den 4. Platz. Im gleichen Jahr wurde der Wehr eine neue Motorspritze übergeben. Im Jahre 1958 trat Ernst Hasenauer das Amt des Kommandanten an. Im gleichen Jahr übergab die Ortsgemeinde der Wehr einen neuen Tragkraftspitzenanhänger.

Bei der Jahreshauptversammlung 1961/62 wurde Werner Schäfer zum Kommandanten gewählt. In den nun folgenden 60er Jahren zeichnete sich eine Entwicklung ab, die heutzutage schon zur festen Tradition geworden ist. Anlässlich von Besuchen auf Jubiläumsveranstaltungen befreundeter Wehren werden Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht und besonders die Kameradschaft gepflegt. Im November 1965 fand eine Gemeinschaftsübung in der Nachbargemeinde Hüblingen statt, an der die Wehren aus

Mittelhofen, Seck, Hüblingen und Neunkirchen teilnahmen. Herr Kreisbrandinspektor Popp zeigte sich vom Ausbildungsstand der Wehrmänner beeindruckt und war mit dem Übungsablauf sehr zufrieden. Als der Lasterbach im Dezember 1965 starkes Hochwasser führte und die anliegenden Wohnhäuser unter Wasser setzte, konnte sich unsere Wehr einmal mehr bewähren. Zu erwähnen sei hier noch ein Scheunenbrand bei der Familie Schwanz im November 1966 sowie der Brand im Ökonomiegebäude des Anwesens Gath im September 1967. In Zusammenarbeit mit dem T.S.V. Neunkirchen wurden in den Jahren 1969-70 „Im Lieh” Zufahrtswege, Treppenaufgänge, Spazierwege und ein Tanzboden für ein Sommernachtfest hergerichtet, welches auch in den Folgejahren großen Anklang fand.